Wasserschildkröten im Terrarium
Die Haltung von Wasserschildkröten erfreut sich in der Terraristik zunehmender Beliebtheit. Diese faszinierenden Reptilien benötigen jedoch einen spezialisierten Lebensraum, der ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Anders als reine Landterrarien müssen Wasserschildkröten-Terrarien einen großzügigen Wasserbereich bieten, der artgerecht eingerichtet ist. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ein perfektes Aquaterrarium für Wasserschildkröten einrichten und welche Aspekte bei der Pflege besonders wichtig sind.
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Die richtige Terrarien-Wahl für Wasserschildkröten
Ein artgerechtes Wasserschildkröten-Terrarium muss vor allem eines bieten: ausreichend Platz. Je nach Art verbringen diese Reptilien bis zu 90% ihrer Zeit im Wasser, weshalb der Wasserbereich großzügig dimensioniert sein sollte. Als Faustregel gilt: Die Wasserfläche sollte mindestens das Fünffache der Panzerlänge ausgewachsener Tiere in Länge und Breite betragen. Die Wassertiefe sollte mindestens der doppelten Panzerhöhe entsprechen, damit die Schildkröten problemlos schwimmen und tauchen können.
Für Einsteiger eignen sich besonders Aquaterrarium-Komplettsets, die bereits mit grundlegender Technik ausgestattet sind. Erfahrene Halter greifen oft zu maßgefertigten Lösungen oder modifizierten Aquarien. Wichtig ist dabei stets die Berücksichtigung des Wachstums der Tiere – viele Wasserschildkrötenarten erreichen eine beachtliche Größe im ausgewachsenen Zustand.
Optimale Wasserqualität für gesunde Wasserschildkröten
Der wichtigste Aspekt bei der Haltung von Wasserschildkröten ist die Wasserqualität. Da diese Reptilien im Wasser fressen und ihre Ausscheidungen dort hinterlassen, kommt es schnell zu einer Belastung des Wassers mit organischen Stoffen. Ein leistungsstarkes Filtersystem ist daher unerlässlich.
Idealerweise sollte der Außenfilter für ein Wasserschildkröten-Terrarium auf ein zwei- bis dreifach größeres Wasservolumen ausgelegt sein als tatsächlich vorhanden. Dies trägt der hohen Belastung des Wassers Rechnung. Ein mehrstufiges Filtersystem mit mechanischer, biologischer und chemischer Filterung sorgt für optimale Wasserwerte. Besonders empfehlenswert sind Außenfilter mit UV-C-Entkeimung, die zusätzlich Krankheitserreger reduzieren.
Regelmäßige Teilwasserwechsel von etwa 30-50% des Wasservolumens sollten alle 1-2 Wochen durchgeführt werden. Zur Kontrolle der Wasserqualität sind Wassertester unverzichtbar, mit denen Sie wichtige Parameter wie pH-Wert, Nitrit und Ammoniak überwachen können. Die meisten Wasserschildkröten bevorzugen einen neutralen bis leicht basischen pH-Wert zwischen 7,0 und 8,0.
Wie im Artikel Sauberes Wasser für gesunde Reptilien ausführlich beschrieben, ist die Wasserqualität ein entscheidender Faktor für die Gesundheit Ihrer Pfleglinge. Eine regelmäßige Überprüfung der Wasserwerte sollte zur Routine werden.
Die perfekte Wassertemperatur für Wasserschildkröten
Wasserschildkröten sind wechselwarme Tiere, deren Stoffwechsel direkt von der Umgebungstemperatur abhängt. Die optimale Wassertemperatur im Terrarium variiert je nach Art:
- Europäische Sumpfschildkröten: 22-26°C
- Rotwangen-Schmuckschildkröten: 24-28°C
- Gelbwangen-Schmuckschildkröten: 24-28°C
- Moschusschildkröten: 22-26°C
Zur Erwärmung des Wassers eignen sich qualitativ hochwertige Aquarium-Heizstäbe oder Durchlaufheizer. Diese sollten stets mit einem Thermoschutzgitter umgeben sein, um Verbrennungen der Schildkröten zu verhindern. Ein digitales Thermometer ermöglicht die präzise Kontrolle der Wassertemperatur.
Im Sommer kann es bei hohen Außentemperaturen nötig sein, das Wasser zu kühlen. Hierfür gibt es spezielle Aquarium-Kühlsysteme, die über einen Thermostat gesteuert werden.
Landbereich im Wasserschildkröten-Terrarium
Obwohl Wasserschildkröten den Großteil ihrer Zeit im Wasser verbringen, benötigen sie auch einen trockenen Landbereich zum Sonnen und Ausruhen. Dieser sollte etwa 25-30% der Gesamtfläche des Terrariums einnehmen und leicht zugänglich sein. Besonders wichtig ist eine flache Aufstiegshilfe, damit die Schildkröten problemlos aus dem Wasser kommen können.
Der Landteil kann mit verschiedenen Materialien gestaltet werden:
Eine beliebte Variante ist eine schwimmende Insel aus Kork oder speziellen Schildkröten-Inseln. Diese passen sich automatisch dem Wasserstand an und bieten eine stets erreichbare Ruhezone. Alternativ können Sie auch eine feste Landzone mit Kunststoff, Plexiglas oder naturnahen Materialien gestalten.
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Über dem Landbereich muss zwingend eine UV-Lampe für Reptilien angebracht werden. UV-B-Strahlung ist für Schildkröten lebenswichtig, da sie die Vitamin-D3-Synthese anregt und die Kalziumaufnahme unterstützt. Idealerweise kombinieren Sie die UV-Beleuchtung mit einer Wärmelampe, um einen attraktiven Sonnenplatz zu schaffen.
Wie im Artikel Natürliche Oase für Reptilien erschaffen detailliert erläutert wird, trägt eine naturnahe Gestaltung wesentlich zum Wohlbefinden der Tiere bei.
Einrichtung und Dekoration des Wasserbereichs
Die Gestaltung des Wasserbereichs im Terrarium sollte sowohl ästhetisch ansprechend als auch funktional sein. Wasserschildkröten benötigen Versteckmöglichkeiten und Strukturen zum Erkunden. Gleichzeitig sollte die Einrichtung pflegeleicht sein und die Wasserqualität nicht negativ beeinflussen.
Geeignete Dekorationselemente für den Wasserbereich sind:
Wurzeln für Aquarien aus Moorholz oder Mangrovenwurzeln sind ideal, da sie wasserfest und langlebig sind. Sie bieten Versteckmöglichkeiten und verleihen dem Terrarium ein natürliches Aussehen. Größere Aquarium-Steine und Felsen können als Unterwasser-Landschaft dienen, müssen aber sicher platziert werden, damit sie nicht umfallen können.
Mit lebenden Wasserpflanzen sollte man bei Wasserschildkröten vorsichtig sein, da diese oft als Nahrung angesehen und zerstört werden. Robustere Arten wie Anubias oder Javafarn haben bessere Überlebenschancen. Alternativ können künstliche Wasserpflanzen verwendet werden, die den Vorteil haben, dass sie die Wasserqualität nicht beeinträchtigen.
Wichtig: Alle Dekorationselemente sollten gründlich gereinigt und auf scharfe Kanten überprüft werden, bevor sie ins Terrarium eingebracht werden.
Tägliche Pflege und Wartung
Die regelmäßige Pflege eines Wasserschildkröten-Terrariums ist unerlässlich für die Gesundheit der Tiere. Folgende Routineaufgaben sollten in Ihren Pflegeplan integriert werden:
Tägliche Kontrollen: Überprüfen Sie täglich Wasserstand, Temperatur und Funktionsfähigkeit der technischen Geräte. Entfernen Sie sichtbare Futterreste und Ausscheidungen mit einem feinen Netz.
Wöchentliche Aufgaben: Führen Sie regelmäßige Teilwasserwechsel durch und reinigen Sie den Filter nach Herstellerangaben. Kontrollieren Sie die Wasserwerte mit einem Testset.
Monatliche Wartung: Einmal im Monat sollten Sie eine gründlichere Reinigung vornehmen, bei der auch Dekorationselemente gesäubert werden. Überprüfen Sie die UV-Lampen auf ihre Wirksamkeit – diese verlieren mit der Zeit an Leistung und müssen regelmäßig ausgetauscht werden.
Ein gut gepflegtes Wasserschildkröten-Terrarium bietet nicht nur optimale Lebensbedingungen für Ihre Reptilien, sondern ist auch optisch ansprechend und bereitet weniger Probleme mit unangenehmen Gerüchen oder Algenwachstum.
Fazit: Der perfekte Wasserbereich für Wasserschildkröten
Die Einrichtung eines artgerechten Wasserbereichs für Wasserschildkröten erfordert Planung und Sorgfalt. Mit ausreichendem Platz, einer leistungsstarken Filteranlage und der richtigen Temperatur schaffen Sie die Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Haltung dieser faszinierenden Reptilien.
Achten Sie besonders auf die Wasserqualität, denn diese ist der wichtigste Faktor für die Gesundheit Ihrer Wasserschildkröten. Investieren Sie in hochwertige Filtertechnik und Wassertests, um optimale Bedingungen zu gewährleisten.
Mit dem richtigen Setup wird Ihr Wasserschildkröten-Terrarium zu einem spannenden Beobachtungsobjekt und einem artgerechten Lebensraum für Ihre gepanzerten Freunde. Die Freude an gesunden, aktiven Tieren wird Ihren Aufwand mehr als belohnen.







